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Breathless
4 Dokumentar-Kurzfilme über die Macht des Augenblicks
Milltown, Montana / I love my boring life / Time´s up / Es wird einmal gewesen sein
In den letzten Jahrzehnten haben die enorme Informationsflut sowie die rasanten Entwicklungen der Kommunikationstechnologien unseren Alltag dramatisch verändert. Begriffe wie Globalisierung, Digitalisierung und Mobilität sind allgegenwärtig. Man kann die Konsequenzen täglich beobachten: die Hektik des Alltags, Orientierungsverlust und Veränderungen im menschlichen Umgang miteinander. Unsere traditionellen Grundfeste werden erschüttert. Die Beschleunigung geht nicht unbedingt mit tatsächlicher Zeitersparnis, Freiheit oder Vergnügen einher. Wann haben wir noch Zeit und Raum, wir selbst zu sein? Dies ist das brisante Thema, mit dem sich alle Filmemacher auf ihre ganz eigene, frische Art und Weise auseinandergesetzt haben.

1. Milltown, Montana von Rainer Komers; Deutschland 2009; 34 Min. In Rainer Komers’ sorgfältig komponierten Bildern und eindrucksvollen Soundcollagen schreibt sich die Zeit von selbst ein. Jedes Bild erzählt die Geschichte eines Ortes, der einst zum größten Bergbaugebiet der USA gehörte und von Giften und Schwermetallen kontaminiert wurde. Ohne Dialoge porträtiert der Film sensibel die Landschaft und die Menschen, die dort leben und arbeiten. Milltown, Montana ist sichtlich narbenübersät durch die Hand des Menschen und gefangen in einer Phase des postindustriellen Stillstands.

2. I love my boring life von Jan Gogola; Tschechische Republik/ Deutschland 2009; 26 Min. Über fünf Jahre lang hat Großmutter Alena Nemcová, eine Frau aus dem Prager Vorort Zbraslav, zwanglos Wetterbeobachtungen, Träume, Einzelheiten über ihre Morgengymnastik, das Kochen und die übliche Hektik zu Hause, über Weltereignisse, Beziehungen, Religion und den Zeitgeist niedergeschrieben. Das Tagebuch der Großmutter Nemcova entwickelt sich von einer Chronik alltäglicher Familienerlebnisse, Wettervorhersagen und politischer Ereignisse zu einer surrealen Annäherung an die Ewigkeit.

3. Time´s up von Marie-Catherine Theiler, Jan Peters; Deutschland 2009; 15 Min. In den wenigen Sekunden eines Autounfalls werden die schwangere Marie-Catherine Theiler und Jan Peters mit der Endlichkeit des Lebens konfrontiert. Plötzlich wird ihnen klar, dass ihr Leben viel zu hektisch geworden ist, dass sie zu viel Zeit damit verbringen, von Termin zu Termin und einer Deadline nach der anderen hinterher zu rennen. Sie beschließen, ihr Leben zu verlangsamen. Aber wie? Während einer humorvollen Reise von einem Zeitexperten zum nächsten stellen die Filmemacher die Fragen, auf die wir alle gern eine Antwort hätten. In diesem Zeitexperiment während Marie-Catherines Schwangerschaft lassen die Regisseure nichts aus, um mit Witz und Ironie zu untersuchen, wie die Gesellschaft – und vor allem sie selbst – mit dem Thema ‘Zeit’ umgehen.
Die beiden Regisseure werden am 01. März anwesend sein und Rede und Antwort stehen!

4. Es wird einmal gewesen sein von Anca Miruna Lazarescu; Deutschland 2009; 28 Min. In einer kleinen Kirche in Halberstadt in Ostdeutschland spielt eine Orgel das Stück „Organ 2/ASLSP“ des Avantgarde-Komponisten John Cage so langsam wie möglich – Tag und Nacht ohne Unterbrechung bis zum Jahr 2640. Auf humorvolle doch gleichzeitig nachdenkliche Weise zeigt der Film verschiedene Blickwinkel auf dieses außergewöhnliche Projekt: Einerseits die intellektuellen Gefechte der Initiatoren, auf der anderen Seite den direkten und praktischen Umgang der freiwilligen Mitarbeiter mit all der Arbeit, die ein solches Unterfangen mit sich bringt. Diese unterschiedlichen Perspektiven machen den Film zu einem voller bewegender und humorvoller Momente, der sich auf besondere Weise der Frage nach der Wahrnehmung von Zeit widmet. (Texte: Verleih)
01.03. um 19.00 Uhr; 06.03. um 15.00 Uhr; 08.03. um 17.00 Uhr
www.breathless-films.com

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