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„Glücksgefühle am Schneidetisch?“ – Christian Geisslers Filme

Anfrage

„Glücksgefühle am Schneidetisch?“ – Christian Geisslers Arbeit für Film und Fernsehen

In seinem Romandebüt „Anfrage“ (1960) hat sich Christian Geissler (1928–2008) richtig in Rage geschrieben. Der junge Wilde klagt eine durch Konsum gesättigte Wirtschaftswunder-Gesellschaft an, die die Verbrechen der Nazis verdrängt und verleugnet. Politisch und literarisch ist er damit Avantgarde. Er wurde zum Aktivisten der Antifa und der Anti-Kriegsbewegung und wurde zum Chronisten des Widerstands. Außerdem wurde Egon Monk, Schüler Bert Brechts und Leiter der Abteilung Fernsehspiel des NDR auf ihn aufmerksam. „Anfrage“ wurde Geisslers erster Film:

Der Physiker Klaus Köhler arbeitet an einem Institut in München. Das Haus hatte früher Juden gehört. Nur ein Sohn hat die Shoa überlebt. Ein entfernter Verwandter aus den USA hat sich angekündigt. Weil der Institutsleiter kneift, soll Köhler ihn empfangen und bereitet sich auf die Begegnung vor. Er fragt nach der Schuld „des Verschweigens“, der „bequemen Ratlosigkeit“, der „Nachlässigkeit im Denken“ oder „der Unaufmerksamkeit aus Angst“. Köhler klagt auch jene an, die sich besser als die Nazis wähnten, aber nichts gegen sie unternommen haben. Geissler heute brandaktuelle Frage bei alledem: „Warum tun wir nicht, was wir wissen?“

Mit einer Einführung von Dr. Christoph Classen, Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung, Potsdam.

Fernsehspiel; Deutschland (NDR) 1962; Regie: Egon Monk; Buch: Christian Geissler; mit Hartmut Reck in der Hauptrolle; 76 Min.

Der Filmabend ist öffentlich zugänglich, unabhängig von der Tagungsteilnahme.

Fernsehfilm; Deutsche Fassung
Deutschland 1962
Regie: Egon Monk; Buch: Christian Geissler; mit: Hartmut Reck in der Hauptrolle
76 Min.