11.10.

19:00

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11.10.

19:00

FUTUR 3

Dieter Rühmann Performance - Filmprogramm

Eintritt frei

Wie viel Kunst kann ein Gesellschaftssystem vertragen und wie viel System verträgt die Kunst? Es geht um das Verhältnis von Kunst und Politik im Lebensentwurf eines mit sich selbst radikalen Menschen, der sich erst heute mit seinen Arbeiten versöhnt. Mal lässt er sich in einer Holzkiste auf der Hamburger Kunsthalle tagelang einschließen - mal dreht er mit der Hamburger Film-Coop einen Antikriegs-Performance-Film als Liebes-Akt mit Gasmasken. Das Filmprogramm kombiniert Performance-Filme von Dieter Rühmann und Filme über ihn. Der Künstler ist anwesend! Der Eintritt ist frei.

"Zum 2. Mal nach 50 Jahren gibt es eine Gelegenheit, Kurzfilme von Dieter Rühmann zu sehen. Rühmann (*1939) ist ein Hamburger bildender Künstler, der 1968 und 1969 mit Film und bis heute mit Sprache experimentiert. 1985 verbrachte er anlässlich seiner Aktion djun-leb 10 Tage und Nächte in einer Kiste über dem Dach der Hamburger Kunsthalle und erregte auch 1993 mit „ECCE HOMO“ öffentliche Aufmerksamkeit, als er ein 30 Meter hohes aus 5000 Kopien zusammengesetztes Bild des Menschen vor dem Turm der Nicolai-Kirche präsentierte.

1. Wer dieses Jahr im März keine Zeit hatte, seine Filme und Werke in der Freien Akademie der Künste zu sehen, hat nun im Rahmen von FUTUR 3 einem Festival über Performance |Film unter dem  Motto „Wie viel Kunst kann ein Gesellschaftssystem vertragen und wie viel System verträgt die Kunst?“ eine zweite Chance. Neben den TV-Dokumentationen über „djun-leb“ und „ECCE HOMO“ werden Kurzfilme Rühmanns am Donnerstag, dem 11.10. um 19 Uhr im 3001-Kino (S+U-Bahn Sternschanze), erstmals in einem Hamburger Kino vorgeführt. Sein Film „A“, der 1968 mit Gerd Meißner auf 16 mm realisiert wurde, ist ein echter 68er, weshalb er heuer – nach 50 Jahren – auf den Oberhausener Kurzfilmtagen zu sehen war. Außerdem gibt es den mit Tomislaw Laux realisierten Film „Liebe Zuschauer“ (1969, 16mm, S/W).

Man muss kein Cineast sein, um die Themen zu würdigen, mit denen Rühmann als bildender Künstler sein Debüt als Filmmacher hinlegte. Einige Vermutungen über diese bisher nicht erforschten Zusammenhänge und den Film „Liebe Zuschauer“ (1969, 16mm, S/W) sowie der Bedeutung des Filmmachermilieus habe ich in einer Broschüre über Dieter Rühmann dargelegt (s.u.). Einen Auszug daraus über den Umgang mit Dokumentarfotos habe ich auf meinen Blog gestellt.

2. Eine zweite Einladung ergeht für den Abend mit und über Rühmann am Freitag, den 12.10. im Saal II,  Ecke Schulterblatt/ Eifflerstraße. Ab 19 Uhr liest Jan Peters aus „Ausgespeichert“ Die sechs Papierbahnen mit Texten entstandenen 2017. Außerdem werde ich einige Gedanken zu Rühmanns filmischen und literarischen Arbeiten sowie seiner Verwendung von Dokumentarfotos im Kontext der Kunst nach 1968 und in den 1970ern beisteuern. Ich versuche z.B. die Frage zu beantworten, warum Trunkenheit als eine bilderstürmerische Handlung zu werten ist. Dazu wird auch aus der überarbeiteten Fassung meines Essays „BILDER UND GEFÜHLE VERWERFEN bei Pablo Picasso, Gerhard Richter, Karl-Heinz Stockhausen und Dieter Rühmann“ gelesen.

Danach gibt es ab 20h Performances und Videos im Gartenkunstnetz, Eifflerstraße 30 Meter um die Ecke. Das Programm, das am 13.10. fortgesetzt wird, wird nachgereicht."

Johannes Lothar Schröder, Futurist.

Kunst; Deutsche Fassung
Deutschland 2018, 60 Min.